Deutsche Meisterschaften U18/U23: Bitteres Finale für Fiete Timm – EM-Ticket dennoch gesichert. Starker Auftritt von Romi Griese.
Der Juli steht ganz im Zeichen der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Den Auftakt machten die Titelkämpfe der U18 und U23 vom 03.-05.07. Es folgen die Meisterschaften der U16 und U20, anschließend die Senioren-Meisterschaften und zum Abschluss die Titelkämpfe der Aktiven im Rahmen der „Finals“.
Den ersten Start aus Sicht des LC absolvierte am Freitagnachmittag, 03 07. die 4×100-Meter-Staffel der weiblichen U23. In der Besetzung Gesa Lutze, Carina Stüker, Kimberly Ogbuanu und Franziska Stüker sprintete das junge Quartett in 46,91 Sekunden auf einen starken sechsten Platz. Gleichzeitig erfüllte das Team die B-Norm für die Deutschen Aktiven-Meisterschaften. „Ich bin damit super zufrieden“, sagte Trainer Thomas Prange. „Es war ein ganz junges Team am Start und sie haben sich mit Platz sechs und der B-Norm für die Aktiven belohnt.“
Mit großen Erwartungen war Fiete Timm über 1.500 Meter nach Bochum gereist. Bereits im Vorlauf am Freitag unterstrich er seine starke Form und qualifizierte sich als souveräner Vierter für das Finale. Als Zweiter der Meldeliste und mit überzeugenden Trainingseindrücken galt er als aussichtsreicher Medaillenkandidat. „Wir waren überzeugt, dass er im Finale um die Medaillen und sogar um den Titel mitlaufen kann“, berichtete Trainer Christian Scharf.
Im Endlauf entwickelte sich das Rennen jedoch anders als erhofft. Ein langsames Anfangstempo hielt das Feld lange zusammen und sorgte für ein zunehmend hektisches Rennen. Als die Entscheidung auf der Zielgeraden fiel, lag Timm aussichtsreich auf Rang drei. Im Schlusssprint kam es jedoch zum Kontakt mit einem hinter ihm laufenden Athleten, wodurch er entscheidend an Geschwindigkeit verlor und den Podestplatz verpasste. Entsprechend groß war die Enttäuschung unmittelbar nach dem Rennen.
Dennoch gab es erfreuliche Nachrichten: Aufgrund seiner starken Saisonleistungen erhält Fiete Timm die Nominierung für die U18-Europameisterschaften in Rieti (16. bis 19. Juli 2026). „Deutschland auf internationaler Bühne zu vertreten ist die verdiente Belohnung für seine außergewöhnliche Leistung und harte Arbeit“, zeigte sich Christian Scharf stolz auf seinen Schützling. „Dort werden wir die Erfahrungen aus diesem Wochenende mitnehmen und den Blick nach vorne richten.“
Am Freitagabend stand der Diskuswettbewerb der weiblichen U23 auf dem Programm. Romi Griese belegte mit einer Weite von 51,23 Metern den fünften Platz. „Die Atmosphäre im Lohrheidestadion war wirklich besonders“, erzählte sie nach dem Wettkampf. Trainer André Meyer zeigte sich zufrieden: „Romi hat einen starken Wettkampf gezeigt. Zwischenzeitlich war sogar Platz drei drin.“ Am Ende fehlten lediglich knapp 1,5 Meter zur Bronzemedaille. Ganz zufrieden war die Werferin daher nicht. „Wir hoffen, dass es in drei Wochen bei den Aktiven eine neue Chance gibt, denn die B-Norm hat Romi bereits abgehakt.“
Nicht ganz nach Wunsch verliefen die weiteren Einzelstarts. Johanna-Sophie Seiler konnte über 800 Meter der U18 ihr Potenzial nicht ausschöpfen und belegte in 2:19,07 Minuten Rang 17. Auch Lynn Holtmann verpasste über 1.500 Meter den Finaleinzug. Im taktisch geprägten Vorlauf erreichte sie in 5:15,10 Minuten als Siebte das Ziel und schied damit denkbar knapp aus.
Kimberly Ogbuanu ging gleich zweimal an den Start. Über 100 Meter lief sie 12,37 Sekunden, über 200 Meter 25,15 Sekunden. Beide Leistungen reichten nicht für das Weiterkommen. Ähnlich erging es Carina Stüker über 100 Meter Hürden. Mit 14,58 Sekunden belegte sie in ihrem Vorlauf Rang vier und verpasste ebenfalls den Einzug in die nächste Runde. Über 3.000 Meter der U18 erreichte Henrike Henkenmeier in 11:02,92 Minuten den zwölften Platz.
Für einen besonderen Höhepunkt sorgte derweil das W50-Team beim Team-Wettkampf im heimischen Ahorn. Die 4×100-Meter-Staffel mit Silke Byner, Michaela Zwiener, Jutta Bergener und Kerstin Geers lief in 54,26 Sekunden deutschen Rekord. Die offizielle Bestätigung der Bestleistung steht derzeit noch aus.




