Montag, 02. März 2026

Sprinterin Tatjana Pinto vom LC Paderborn bleibt erstmals unter 11 Sekunden

Fabelzeiten rücken in Reichweite

Paderborn. Die 11,00 Sekunden sind im 100-Meter-Sprint der Frauen eine magische Marke. Erst sechs Sprinterinnen konnten in der Geschichte der deutschen Leichtathletik diese Zeit unterbieten. Am vergangenen Samstag gelang auch Tatjana Pinto dieses Kunststück. Bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim lief die 25-Jährige vom LC Paderborn über 100 Meter in sagenhaften 10,96 Sekunden ins Ziel. Allerdings wird diese famose Zeit nicht in die Bestenlisten eingehen. Grund: Der Rückenwind war mit 2,6 Metern pro Sekunde zu stark.

Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis Pinto auch eine offizielle Zeit unter elf Sekunden verbuchen kann. Denn selbst das denkwürdige Rennen in Weinheim war keineswegs optimal. „Es ging schon mit der Vorbereitung los. Der Start wurde mehrmals verschoben. Das war nicht einfach für die Sprinterinnen“, berichtet LC-Trainer Thomas Prange. In ihrem ersten Freiluft-Saisonwettkampf auf deutschem Boden offenbarte Tatjana Pinto dann trotz des sehenswerten Resultates tatsächlich Luft nach oben. „So eine Zeit auf der Uhr zu sehen, ist schon ein Ding. Aber da geht noch mehr“, sagte Paderborns Sportlerin des Jahres. „Die ersten 70 Meter waren absolute Weltklasse. Aber die letzten 30 Meter sind doch ziemlich verbesserungswürdig“, urteilt Coach Prange über den Auftritt seiner Vorzeigeathletin. So machte Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) in der Endphase des Rennens noch einige Meter auf Pinto gut.

Für die 20-jährige Hessin wurden am Ende 11,02 Sekunden notiert. Zwei Tage zuvor hatten Gina Lückenkemper (LG Dortmund) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge) beim Meeting in Zeulenroda bei regulären Bedingungen (1,8 Meter Rückenwind pro Sekunde) 11,04 und 11,06 Sekunden auf die Bahn gezaubert. Dies zeigt, welch außergewöhnliches Niveau in dieser Saison im deutschen Frauensprint zu erwarten ist. „Bei Topbedingungen traue ich allen eine Zeit unter elf Sekunden zu“, so Prange über das Quartett um Pinto, Lückenkemper, Haase und Mayer.

Tatjana Pinto wird ihren nächsten Auftritt an diesem Samstag beim Borsig-Meeting in Gladbeck haben. Dann will sie die DM-Norm über 200 Meter knacken. Der nächste Start über 100 Meter ist am 11. Juni beim Internationalen Meeting in Hengelo geplant.

In Weinheim aber waren noch weitere Sprint-Asse vom LC Paderborn dabei. Beispielsweise Josefina Elsler und Chantal Butzek, die im B-Finale auf den Plätzen eins und drei landeten. Elsler finishte in 11,51 Sekunden. Butzek verpasste in 11,62 Sekunden ihre persönliche Bestzeit nur um fünf Hundertstel. „Chantal kommt langsam in Schwung. Das Rennen hat mir schon ganz gut gefallen“, erklärt Prange.

Für eine weitere Athletin des Erfolgscoaches lief es in Weinheim dagegen gar nicht rund. Inna Weit absolvierte ihren ersten Freiluft-Härtetest über die für sie noch immer ungewohnte 400-Meter-Strecke und musste sich mit 56,23 Sekunden zufrieden geben. „Im Training zeigt Inna, dass sie es drauf hat. Aber im Rennen fehlte ihr wieder das Zeitgefühl“, so Prange. Auf der Außenbahn laufend, lag Weit schon zur Halbzeit um 1,7 Sekunden hinter der anvisierten Durchgangszeit. Die nächste Chance, die Trainingsleistungen im Wettkampf umzusetzen, bietet sich für Weit ebenfalls am Samstag in Gladbeck.

Eine persönliche Bestzeit gab es in Weinheim für LC-Neuzugang Florian Rieker, der den 100-Meter-Vorlauf in 10,81 Sekunden meisterte. „Der Junge macht sich richtig gut“, lobt Thomas Prange den 27-jährigen Chemie-Studenten, der an der Universität Paderborn an seinem Masters-Abschluss feilt.

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