
Zwei Olympioniken beim Ehrentanz: Tatjana Pinto und Julian Justus sind Paderborns neue Sportler des Jahres. Und auch auf dem Parkett der Paderhalle machten die beiden Vorzeige-Athleten eine prima Figur. | © Marc Köppelmann
Die Ehrungen gehen diesmal an Tatjana Pinto und Julian Justus. Squash-Herren vom Paderborner SC werden unterdessen zum achten Mal zur Mannschaft des Jahres gekürt
Paderborn. Gleich zu Beginn des 32. Paderborner Sportlerballes ging es am Samstagabend in der Paderhalle um die Olympischen Spiele in Rio. Leichtathletin Tatjana Pinto, Sportschütze Julian Justus, Physiotherapeut Ekkehard Schurig, der das Beachvolleyball-Goldduo Ludwig/Walkenhorst betreut hatte, sowie das Paderborner Ärzte-Ehepaar Encarna und Volker Scheer, das in einer Poliklinik im Olympischen Dorf gearbeitet hatte, berichteten den gut 1.000 Ballgästen von ihren Erlebnissen in Rio. Und auch die Sportlerehrungen standen dann im Zeichen der Ringe: Tatjana Pinto und Julian Justus durften nämlich noch einmal auf die Bühne, um als Paderborns Sportler des Jahres 2016 geehrt zu werden. Der Titel „Mannschaft des Jahres“ ging unterdessen zum achten Mal an die Squash-Herren des Paderborner SC.
Gerade an Tatjana Pinto aber führte diesmal kein Weg vorbei. Mit 7,07 Sekunden über 60 Meter und 11,00 Sekunden über 100 Meter war die 24-jährige Sprinterin vom LC Paderborn im vergangenen Jahr in neue Leistungsbereiche vorgestoßen. Mit der jungen deutschen 4 x 100-Meter-Staffel holte Pinto den vierten Platz bei den Olympischen Spielen sowie Bronze bei der EM in Amsterdam. Hinzu kamen die Deutschen Meistertitel über 60 und 100 Meter. „Wir sind total stolz, dass Tatjana für den LC startet. Ihr Laufstil, der so leicht wirkt, ist einmalig. Aber es steckt so viel hartes Training dahinter“, lobte der LC-Vorsitzende Ulrich Woischner seine Vorzeige-Athletin, die schon länger bei LC-Erfolgscoach Thomas Prange trainiert und seit Anfang 2016 für Paderborn startet. „Der Wechsel zum LC war definitiv die richtige Entscheidung. Ich kann mich nur beim Verein, meinem Trainer und meiner Trainingsgruppe bedanken“, erklärte Paderborns neue Sportlerin des Jahres.
Zum dritten Mal wurde derweil ein Sportschütze vom SSV St. Hubertus Elsen zum Sportler des Jahres gekürt. Nach Dirk Leiwen (2002) und Gregor Lütkevedder (2010) trug sich nun Julian Justus in diese „Hall of Fame“ des Paderborner Sports ein. „Das ist für mich eine besondere Ehre“, urteilte der aus dem hessischen Homberg/Ohm stammende 28-Jährige, der in Rio ebenso wie Tatjana Pinto seine zweiten Olympischen Spiele erlebt hatte. Der Traum vom Finale ging für ihn zwar nicht in Erfüllung, doch auch hinter Justus liegt ein fantastisches Sportjahr 2016. So trug der EM-Fünfte maßgeblich zum Deutschen Meistertitel des Elsener Luftgewehr-Teams bei. Sorgen bereitete ihm nur der fällige Ehrentanz. „Als Sportschütze sind meine Bewegungsabläufe ja eher auf das Statische ausgelegt“, witzelte Justus. Doch nach einem Crashkurs in der Tanzschule Stüwe-Weissenberg war der neue Sportler des Jahres auch für diese Aufgabe gewappnet.
Reichlich Erfahrungen auf der Tanzfläche der Paderhalle haben die Herren des Paderborner SC. Schließlich ist Europas erfolgreichster Squashclub Dauergast beim Sportlerball. 2016 gewann der PSC zum zwölften Mal den Deutschen Mannschaftsmeistertitel und zum achten Mal den Europapokal der Landesmeister. Und so folgte am Samstag auch zum achten Mal die Auszeichnung zur Mannschaft des Jahres. „Wer Deutscher Meister und Europapokalsieger wird, hat auch in einem Olympiajahr in der Sportstadt Paderborn zurecht die Nase vorn“, freute sich PSC-Präsident Andreas Preising.
Grund zum Strahlen hatte auch der gastgebende Stadtsportverband um seinen Vorsitzenden Mathias Hornberger. „Es war ein wunderbarer Sportlerball, für den wir viel Lob erhalten haben“, berichtet der SSV-Chef. Lediglich die Besucherzahl von „nur“ 1.007 Gästen sei ein kleiner Wermutstropfen. „Es hätten sicherlich 200 Gäste mehr sein können“, sagt Hornberger und hofft, dass es bei der 33. Auflage im Januar 2018 wieder ein volles Haus geben wird.
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