Sonntag, 05. Juli 2026

Von der Pader an die Copa Cabana

Am Samstag, 06. August 2016 geht es für die Sprinterin Tatjana Pinto vom LC Paderborn gemeinsam mit 91 weiteren Athleten vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) Richtung Rio de Janeiro. Hier wird die 24-Jährige bei den Olympischen Sommerspielen im 100 Meter Sprint und mit der 4×100 Meter Staffel an den Start gehen. Es sind für Pinto bereits die zweiten Olympischen Spiele. 2012 nahm sie bereits in London ebenfalls über die 100 Meter und die Staffel teil. Hier ging es damals für sie im Einzelsprint nicht über die Vorläufe hinaus.

Dieses Jahr ist Trainer Thomas Prange der Meinung, dass es durchaus weiter gehen kann. „Bisher haben nicht alle Startenden ihre Karten aufgedeckt. Wenn sie ihre super Zeit von 11,00 Sekunden abrufen kann, ist eventuell sogar das Finale drin. Es gibt jedoch mindestens 15 Frauen, die in diesem Bereich laufen können, aber es gibt nur acht Startplätze im Finale. Wir werden sehen.“ In der letzten Trainingswoche vor dem Großereignis, welches nur alle vier Jahre stattfindet, setzten Pinto und Prange auf ein lockeres Training. „Jetzt geht es nur noch um den Feinschliff. Am Freitag gibt es dann in Frankfurt auch noch einmal eine Staffelmaßnahme vom Verband“, erklärt Trainer Thomas Prange zur letzten Vorbereitung auf die Spiele. Pinto resümiert die letzte Trainingszeit wie folgt: „Die Vorbereitungen liefen bisher ganz gut. Insgesamt konnte ich bis auf ein paar „Wehwehchen“ und Krankheit wirklich gut trainieren. Wir haben eine gute Grundlage im Winter geschaffen und darauf weiter aufgebaut.“

Tatjana Pinto sieht den Spielen völlig positiv entgegen: „Ich freue mich auf alles. Die Olympischen Spiele kann man nicht beschreiben, man muss es erleben. Es ist magisch und ganz besonders über 100 Meter wird es nicht einfach. Ich möchte meine gute Form noch einmal bestätigen und dann wird sich zeigen wie weit es gehen kann. Es gehört natürlich auch Glück dazu. 2012 in London war im Vorlauf leider schon Schluss. Das Halbfinale wäre schon ein Riesenerfolg.“ Gemeinsam mit Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberklee), Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) lieferte Pinto am 29. Juli 2016 in Mannheim mit der 4×100 Meter-Frauenstaffel die aktuelle Weltjahresbestleistung von 41,62 Sekunden. Mit dieser Leistung im Gepäck schielen die DLV Mädels auf eine Finalteilnahme in Rio. „In der Staffel ist es möglich ins Finale zu laufen, wenn wir gut und sicher durchkommen. Die Staffel hat immer ein gewisses Risiko und es kann viel passieren. In London haben wir den fünften Platz belegt, mal schauen was diesmal dabei rauskommt.“ ,so Pinto, die im DLV Quartett die Startposition besetzt.

Auch der Vereinsvorstand befindet sich in olympischer Stimmung. „Wir sind sehr stolz so eine Ausnahmeathletin in unserem Verein zu haben und wünschen Tatjana viel Erfolg und vor allem Spaß in Rio. Bedanken wollen wir uns an dieser Stelle auch bei ihrem Trainer Thomas Prange, ohne den dieser großer Erfolg nicht zustande gekommen wäre.“, so der erste Vorstandsvorsitzende des LC Paderborn e.V. Ulrich Woischner.

Tatjana Pinto äußerte abschließend zur bisherigen Saison: „Ich kann es alles noch nicht wirklich beschreiben, was in der gesamten Saison passiert ist. Ich denke, dafür brauche ich noch etwas Zeit, um das Ganze zu begreifen! Vor einem Jahr hätte ich niemals gedacht, dass ich zu den Olympischen Spielen fahren darf. Außerdem war in diesem Jahr das Sprintniveau so gut wie nie. Sich unter den Vielen durchgesetzt zu haben ist absolut cool! Deshalb bedeutet es mir sehr viel ein zweites Mal dabei zu sein und es mit Thomas gemeinsam erleben zu dürfen. Er ist der beste Mann!“

Der LC Paderborn e.V. wünscht Tatjana Pinto viel Erfolg für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.