Donnerstag, 05. März 2026

Paderborbner Sprinterinnen scheiden im WM-Halbfinale aus

Paderborner Sprinterinnen scheiden im WM-Halbfinale aus

Leichtathletik: Chantal Butzek und Tatjana Pinto zeigen bei der Hallen-WM in Portland sehr ordentliche Leistungen. Die ganz großen Träume gehen jedoch nicht in Erfüllung

Portland/Paderborn. Der große Paukenschlag in Portland sollte zwar weder Chantal Butzek noch Tatjana Pinto gelingen. Doch letztlich können die beiden Sprinterinnen vom LC Paderborn heute zusammen mit ihrem Trainer Thomas Prange durchaus zufrieden die weite Heimreise antreten. Denn bei den Hallen-Weltmeisterschaften im „Oregon-Convention-Center“ hatten sie den Deutschen Leichtathletikverband würdig vertreten. Beide erreichten das Halbfinale über 60 Meter.

Chantal Butzek hatte damit bereits ihr Ziel erreicht. Spannender hätte es die 19-jährige Paderbornerin allerdings auch nicht machen können. Denn als 24. der Vorläufe zog sie so gerade noch ins Halbfinale ein. Am Ende gaben lediglich drei Tausendstel den Ausschlag. Denn in 7,35 Sekunden lag Butzek in ihrem Vorlauf exakt jene drei Tausendstel vor der Französin Carole Zahi.

Im Halbfinale wollte die angehende Abiturientin dann eigentlich zum dritten Mal in ihrer Karriere die 7,3-Sekunden-Marke unterbieten. Doch dann musste Butzek auf Bahn eins ran. „Die Konzentration ging flöten. Direkt neben mir waren die Kugelstoßerinnen. Leider wusste ich schon vor dem Start, dass das nichts wird“, berichtete die 19-Jährige, die sich mit 7,45 Sekunden und Rang 22 der Gesamtwertung zufrieden geben musste. „Das ist die langsamste Zeit meiner gesamten Saison“, ärgerte sich Butzek, die ihr internationales Debüt im Erwachsenenbereich trotzdem in vollen Zügen genießen konnte. In ihrem Vorlauf durfte sie sogar direkt neben der späteren Weltmeisterin Barbara Pierre (USA) starten.

Tatjana Pinto wollte in Portland eigentlich ins Finale. Doch auch sie blieb im Halbfinale unter ihren Möglichkeiten. In 7,19 Sekunden hatte die 23-jährige LC-Sprinterin zunächst ihren Vorlauf gewonnen, obwohl sie keinen guten Start erwischt hatte. Im Halbfinale kam Pinto dann besser aus den Blöcken. „Aber irgendwie kam ich nicht ins Laufen. Ich habe versucht, locker zu bleiben. Das hat nicht richtig geklappt“, kommentierte die deutsche Meisterin ein Rennen, in dem sie die Ziellinie in 7,22 Sekunden als Fünfte überquerte. Am Ende fehlten sieben Hundertstel zum Einzug ins Finale. „Trotzdem sind die Rennen hier für mich in Ordnung“, urteilte Pinto. Schließlich blieb sie beide Male unter ihrer alten persönlichen Bestzeit von 7,23 Sekunden, mit der sie in die Hallensaison gestartet war.

„Und ich hatte nun einmal kein großes Meeting in diesem Jahr, in dem ich mich mit schnellen Athletinnen vergleichen konnte. Hier habe ich mich aufgerichtet und die anderen waren schon einen Schritt voraus“, erklärte der LC-Neuzugang. Selbst ihre Fabelzeit von 7,07 Sekunden, mit der Pinto vor drei Wochen auf der schnellen Bahn in Leipzig den Titel geholt hatte, hätte in Portland übrigens nicht für eine Medaille gereicht. So wurde Barbara Pierre in 7,02 Sekunden neue Weltmeisterin. Auf den weiteren Plätzen folgten die Niederländerin Dafne Schippers (7,04) und die Jamaikanerin Elaine Thompson (7,06).

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