Mittwoch, 04. März 2026

Kalis erfolgreicher Kampf um Silber

Mareen Kalis ist die Dauerbrenner-Queen unter den Athletinnen des LC Paderborn. Nach den U-20-Europameisterschaften im schwedischen Eskilstuna und den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg stand mit der Teilnahme an den deutschen U18- und U-20-Titelkämpfen in Jena jetzt der dritte Wettkampf binnen von rund 14 Tagen auf der Agenda der 18-Jährigen. In Thüringen gewann die 800-Meter-Spezialistin am gestrigen Sonntag die Silbermedaille in der U-20-Konkurrenz.

Ein Resultat, das durchaus der momentanen Realität entspricht, denn Sarah Schmidt war bereits im Vorfeld in die Rolle der unumstrittenen Topfavoritin gehievt worden und wurde dieser auch vollends gerecht. Die Mönchengladbacherin finishte nach 2:01,44 und Kalis nach 2:09,14 Minuten vor der drittplatzierten Julia Klein vom Sportclub Magdeburg (2:10,27). Das Finale war von Vornherein eine Dreiklassen-Gesellschaft, denn die Gewinnerin machte von Beginn an mächtig Dampf und arbeitete sich auch schnell einen komfortablen Vorsprung heraus, während der Silberrang für die Paderbornerin quasi ebenfalls zu keiner Zeit gefährdet schien. Schmidts Vorherrschaft mag aber auch dem Mammutprogramm geschuldet sein, das Kalis in den beiden vergangenen Wochen abspulte. Als mit Abstand jüngste Final-Teilnehmerin hatte Kalis am Vorsonntag an der Noris das Ziel noch in 2:06,02 Minuten als Sechste erreicht.

Duplizität der Ereignisse: Wie schon in Nürnberg preschte Kalis auch zuletzt in Jena hinter der späteren Goldmedaillengewinnerin (2:11,66) als Vorlauf-Zweite ins Finale (2:12,99). Auch Trainer Michael Krusemark hatte vor dem Wettkampf nicht ernsthaft mit einer möglicherweise besseren Platzierung seines Schützlings gerechnet. „Sie hat das Optimum aus sich herausgeholt“, war auch Krusemark nach Wettkampfschluss mit dem Erreichten an sich hochzufrieden. „Einfach nur an Sarah dranzubleiben“, habe auch die gemeinsame taktische Marschroute vor dem Start gelautet, ergänzte Krusemark, „die Zeit sollte ohnehin keine Rolle spielen.“ Nach dem dreifachen Wettkampfstress ist Kalis’ Akku zunächst mal ziemlich leer. In dieser Saison wird sie auch keine weiteren Wettkämpfe mehr bestreiten. Stattdessen konzentriert sich die angehende Medizin-Studentin auf ein bevorstehendes Pflegepraktikum im St. Vincenz-Krankenhaus. Für deren Trainingspartnerin Kim Uhlendorf, die das Ziel im zweiten der beiden Vorläufe nach 2:16,25 Minuten als Sechste erreichte, hatte sich die Finalteilnahme somit erledigt.

In recht beständiger Form präsentierte sich auf dem Terrain des Ernst-Abbe-Sportfeldes auch der U-18-Athlet Noel Thorwesten vom LC Paderborn, der sich über die 100 Meter im achten von acht Vorläufen vor Frieder Scheuschner (HSV Universität Greifswald, 10,88) mit seiner Zeit von 10,87 Sekunden als Schnellster für den Zwischenlauf qualifizierte. Den meisterte er als Zweitschnellster, nur Jonathan Petzke vom Dresdner SC war in diesem dritten von vier Durchgängen besser (10,79).

Die im anschließenden Finale gelaufenen 10,98 Sekunden reichten am Ende zum siebten Rang. Mit der Teilnahme am Endlauf ist das vom Athleten und dessen Trainer Thomas Prange vorgegebene Ziel in Jena also vollends erreicht worden. Milo Skupin-Alfa (10,70; LG Offenburg), Thomas Bartel (10,76; Sportclub Magdeburg) und Emanuel Stubican (10,79; TB Bad Cannstatt) machten die Medaillenränge unter sich aus.

Mächtig ins Zeug legte sich auch die U-18-Sprinterin Estelle Potthast vom LC Paderborn. Getreu dem Motto Kontinuität ist Trumpf beendete sie sowohl den Vor- (12,30) als auch den Zwischenlauf (12,27 Sekunden) jeweils als Dritte und beendete die somit hochverdiente Finalteilnahme als Achte (12,51), nachdem sie an die beiden vorherigen Zeiten nicht mehr herankommen sollte.

Text: Werner Schulte (Neue Westfälische)