Mittwoch, 04. März 2026

Warten auf das perfekte Rennen

LEICHTATHLETIK: Bei Inna Weit zeigt die Formkurve nach oben, doch die nötige Lockerheit fehlt noch

Paderborn. Im Training stimmen bei Inna Weit die Leistungen. Die Achillessehnenprobleme, die der Sprinterin vom LC Paderborn im vergangenen Jahr zu schaffen machten, sind Vergangenheit. Doch es ist wie verhext, denn Weit kann die guten Trainingsleistungen nicht in den Wettkämpfen umsetzen. Beim 45. Internationalen Leichtathletik-Meeting in Rhede aber gab es am Sonntag einen Silberstreif am Horizont.

So siegte die 26-Jährige über 100 Meter. Zudem gab’s Platz zwei über 200 Meter. Die Zeiten von 11,56 Sekunden und 23,70 Sekunden sind oberflächlich betrachtet zwar nicht gerade berauschend. Doch angesichts der Wetterkapriolen, die am Sonntag in Rhede herrschten, handelt es sich letztlich um prima Ergebnisse.

„Gerade der 100-Meter-Lauf war sicher eines meiner besten Rennen in diesem Jahr“, urteilt Inna Weit, die in dieser Saison lediglich bei einem Meeting im Trainingslager in Florida (11,47 Sekunden) schneller gewesen war. Doch während in den USA fast perfekte Bedingungen geherrscht hatten, musste die Paderbornerin das Rennen in Rhede auf einer klitschnassen Bahn bestreiten.

 „Wir haben in diesem Jahr einfach kein Glück mit dem Wetter. In Rhede war’s eine Katastrophe“, ärgert sich LC-Sprinttrainer Thomas Prange und denkt dabei insbesondere an den 200-Meter-Lauf. Denn da gab es bei einem aufziehenden Gewitter nahezu orkanartige Böen.

Vor allem auf der Schlussgeraden blies den Läuferinnen der Gegenwind ins Gesicht. Der Sturm sorgte sogar dafür, dass der Windmesser umfiel. Und so sind die 23,70 Sekunden, die Weit erzielte, aller Ehren wert. Denn auf der Bahn davor hatte sich die Siegerin Kelly Proper aus Irland (23,43 Sekunden) noch dazu einen Fehlstart geleistet, der nicht geahndet wurde. „Das war von Inna daher ein gutes Rennen“, bilanzierte Thomas Prange.

Dennoch wartet seine Athletin weiter auf den perfekten Lauf. „Ich will endlich mal wieder ein Rennen haben, das sich von vorne bis hinten richtig gut anfühlt“, sagt Inna Weit. Letztlich sei es eine reine Kopfsache. „Die große Kunst besteht darin, sich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Man muss den Kopf frei bekommen und die Lockerheit muss da sein. Das gelingt mir derzeit irgendwie nicht“, berichtet die 26-Jährige, die aber guter Dinge ist. „Vielleicht platzt der Knoten ja ausgerechnet bei der Deutschen Meisterschaft. Das wäre der perfekte Zeitpunkt“, hofft Weit mit Blick auf die nationalen Titelkämpfe, die am 25. und 26. Juli in Nürnberg steigen.

Dann ist auch ihre Teamkollegin Josefina Elsler mit dabei. Doch die 24-Jährige hat weiter mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Auch in Rhede machten sich die Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers bemerkbar. Im Vorlauf über 100 Meter kam Elsler noch in 11,75 Sekunden ins Ziel, doch im Finale (12,22 Sekunden) war der Akku schon wieder leer.

Die LC-Sprinterin verzichtete auf die 200 Meter und hofft nun, dass sie bis Nürnberg noch fit wird. Denn zumindest in der Frauen-Sprintstaffel hat der LC Paderborn gute Medaillenchancen. Und in eben jener Staffel werden Weit und Elsler am kommenden Sonntag, 12. Juli, bei der NRW-Meisterschaft in Recklinghausen auch ihren nächsten Auftritt haben.

Text: Frank Beineke (Neue Westfälische)