Mittwoch, 04. März 2026

Angeschlagen zu den Titelkämpfen

LEICHTATHLETIK: Paderborns Sprinterinnen haben vor der Deutschen Hallenmeisterschaft viel Pech

Siegreich bei Schmuddelwetter: Josefina Elsler (l.) feierte beim ziemlich verregneten Sommermeeting im Ahorn-Sportpark souveräne Erfolge. Hier gewinnt sie den 200-Meter-Lauf vor der Rumänin Andreea Grecu, die als Zweierbob-Anschieberin an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi teilgenommen hatte. (Foto: Thomas Finke)

Muss passen: Jesefina Elsler

Paderborn. Die Arena Leipzig war für die Sprinterinnen des LC Paderborn vor einem Jahr kein gutes Pflaster. Inna Weit und Josefina Elsler schrammten bei den nationalen Hallentitelkämpfen in den Einzelrennen über 60 und 200 Meter knapp am Podest vorbei. Auch die LC-Sprintstaffel landete nur auf Rang vier. Bei den 62. Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe wollen Weit und Co. an diesem Wochenende eigentlich einen neuen Angriff auf die Podestplätze starten. Doch die Voraussetzungen sind alles andere als rosig.

So muss Josefina Elsler wohl gänzlich auf einen Start in der Karlsruher Messehalle verzichten. Die 23-Jährige laboriert an einer Oberschenkelzerrung. „Wir wollen kein Risiko eingehen. Denn ein Muskelfaserriss käme gar nicht gut“, sagt LC-Sprinttrainer Thomas Prange. Schließlich geht es bereits Anfang April mit dem Deutschen Leichtathletikverband ins Trainingslager nach Florida. Und schon Anfang Mai folgt die Staffel-WM auf den Bahamas.

Diese Termine stehen auch im Kalender von Inna Weit. Doch auch die dreimalige deutsche Meisterin über 200 Meter ist angeschlagen. Eine Virusinfektion setzte Weit gut eine Woche außer Gefecht. Erst am Mittwoch kehrte die 26-Jährige ins Training zurück. „Ein Testlauf über 60 Meter lief jedoch gar nicht mal so schlecht“, berichtet Prange, der seiner Vorzeige-Athletin in Karlsruhe sogar eine persönliche Bestzeit über die kurze Sprintdistanz zutraut. „In den Einzelrennen über 200 Meter aber wird Inna zu 99 Prozent nicht starten“, betont der LC-Coach.

Ob Weit am Sonntag zum Abschluss der Titelkämpfe in der 4 x 200-Meter-Staffel eingesetzt wird, entscheidet sich erst nach den 60-Meter-Rennen am Samstag. Sollte sie ausfallen, rückt Chantal Butzek ins Team. Für die 17-Jährige wäre es die Premiere über diese Distanz. „Aber wer über die 60 Meter so schnell ist wie Chantal, der kann auch über 200 Meter bestehen“, glaubt Thomas Prange, der in der Staffel zudem auf Ina Thimm, Janina Kölsch und Jutta Menne setzt. Letztgenannte läuft für Josefina Elsler.

Und selbst mit einem ersatzgeschwächten Quartett rechnet sich der LC-Coach eine Medaillenchance aus. „Fürs Podest müssen wir aber wohl unter 1:36 Minuten bleiben“, prognostiziert Prange. Zum Vergleich: Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 2014 in Leipzig waren Weit, Elsler, Thimm und Tomkel in 1:37 Minuten ins Ziel gekommen.

„Auch die Konkurrenz schläft halt nicht“, sagt der Sprinttrainer und hat dabei auch die 60-Meter-Konkurrenz im Blick. Denn während in den vergangenen Jahren Zeiten um 7,45 Sekunden locker fürs A-Finale reichten, rechnet Prange auch hier mit extrem schnellen Rennen. Dabei traut er Shootingstar Chantal Butzek durchaus das Unterbieten der 7,3-Sekunden-Marke zu. Die 17-Jährige wäre damit eine Medaillenkandidatin. Erste Anwärterinnen aufs Podest sind aber Seriensiegerin Verena Sailer, Yasmin Kwadwo (beide Mannheim) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge). Für das Paderborner Trio Butzek, Weit und Kölsch geht es derweil zunächst einmal um die Qualifikation fürs Finale der besten Acht. Ina Thimm hat Außenseiterchancen. Letztgenannte wird zudem über 200 Meter nach dem Ausfall von Elsler und Butzek die LC-Fahne hochhalten. Thimm will hierbei ihre persönliche Hallen-Bestmarke von 24,65 Sekunden verbessern.

Die frischgebackene deutsche U20-Meisterin Mareen Kalis startet unterdessen über 800 Meter. „Unser Ziel ist die Qualifikation für den Endlauf. Und dann wollen wir mal schauen, was bei den Großen so geht“, erklärt ihr Trainer Michael Krusemark. Komplettiert wird das Paderborner Aufgebot von zwei Männern: Kugelstoßer Leonid Ekimov peilt den Endkampf und eine neue Bestweite (bisher 18,31 Meter) an. Steven Müller startet über 60 und 200 Meter und hat über die längere Sprintdistanz eine kleine Chance aufs A-Finale.

Quelle: Neue Westfälische 20.02.2015