Freitag, 11. September 2026

Weit muss passen

LEICHTATHLETIK: LC-Sprinterin verzichtet auf einen Start bei der Team-EM
VON FRANK BEINEKE
 

Trainiert in den USA: Sprinterin Inna Weit. (FOTO: MK)

Muss für die Team-EM passen: Inna Weit vom LC Paderborn (FOTO: MK)



Paderborn. Der Deutsche Leichtathletik-Verband gab gestern seine Nominierungen für die am kommenden Wochenende anstehenden Team-Europameisterschaften in Braunschweig bekannt. Der Name Inna Weit fehlt auf dieser Liste. Die 25-jährige Sprinterin vom LC Paderborn musste ihre EM-Teilnahme aufgrund hartnäckiger Achillessehnenprobleme absagen. Dafür rückt mit Josefina Elsler eine Vereinskollegin ins deutsche Aufgebot.
Josefina Elsler war sowohl über 60 Meter als auch über 200 Meter so schnell wie nie zuvor (Foto: Thomas Finke)

Überraschend im Aufgebot: Josefina Elsler vom LC Paderborn (Foto: Thomas Finke)



„Ich bin schon ein wenig überrascht. Eigentlich hatte ich mit dem Thema Team-EM schon abgeschlossen“, kommentiert die 23-Jährige vom LC Paderborn ihre Nominierung. Elsler steht hierbei im Aufgebot für die 4 x 100 Meter-Staffel. Hinter Verena Sailer, Tatjana Pinto, Yasmin Kwadwo und Rebekka Haase dürfte sie jedoch nur als Ersatzfrau eingeplant sein. „Ich freue mich dennoch riesig“, sagt Elsler, die bereits morgen ein erstes Staffeltraining in Braunschweig absolvieren wird. Das Staffelrennen bei der Team-EM steht dann am Samstag, 21. Juni, um 16.20 Uhr auf der Agenda.
Inna Weit hätte unterdessen in Braunschweig über 200 Meter und in der Sprintstaffel starten können. Doch die deutsche 200-Meter-Meisterin, die bei der Team-EM 2013 in Gateshead Silber mit der deutschen Nationalmannschaft geholt hatte, muss passen. Zusammen mit ihrem Trainer Thomas Prange sowie den Ärzten und Physiotherapeuten entschied sich Weit für einen Startverzicht. Eine Achillessehnenentzündung, mit der sie sich bereits seit April herumplagt, macht ihr weiter zu schaffen.
„Manchmal muss der Verstand über das Herz siegen“, erklärt Inna Weit, die in der vergangenen Woche nur sehr dosiert trainieren konnte. Die 25-Jährige ist aber guter Dinge, was den Genesungsprozess betrifft. „Es wird immer besser. Es sieht schon wieder ganz gut aus“, erklärt Weit. Ein Start bei der Team-EM sei aber ein zu großes Risiko gewesen. „Mein Hauptziel ist nun einmal die EM in Zürich. Zudem möchte ich meinen Titel bei den Deutschen Meisterschaften verteidigen. Und diese Ziele kann ich nur erreichen, wenn ich topfit bin“, betont die Paderbornerin, die sich beim Training im Ahorn-Sportpark nun über regelmäßigen Besuch aus Münster freuen kann.
Grund: Nationalmannschaftskollegin Tatjana Pinto, die für die LG Brillux Münster startet, wird zumindest für den Rest dieser Saison ebenfalls von Thomas Prange trainiert. Die 21-Jährige hat sich von ihrem Heimcoach Thomas Kremer getrennt. Kremer ist zudem nicht mehr Trainer der deutschen Sprint-Frauen. Diese Aufgabe übernimmt DLV-Bundestrainer Ronald Stein.
Inna Weit freut sich über die neue Trainingspartnerin. „Wir können beide voneinander profitieren. Zudem sind Tatjana und ich richtig gute Freundinnen“, betont die LC-Sprinterin. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tatjana Pinto auch ihre Vereinskollegin werden könnte, ist aber wohl gering. „Ein Wechsel kommt nicht in Frage. Ich bleibe in Münster“, erklärte Pinto jedenfalls gegenüber den Westfälischen Nachrichten.
 
Quelle:  Neue westfälische 17.06.2014