Samstag, 07. März 2026

Freud und Leid in Aserbaidschan

LEICHTATHLETIK: Kalis löst das Olympia-Ticket, Butzek stürzt im Vorlauf
 
LC Paderborn - Training - 26-05-2014 vl: Chantal Butzek, Mareen KalisPaderborn (FB). Wenn in der zweiten Augusthälfte im chinesischen Nanjing die zweiten Olympischen Jugend-Sommerspiele steigen, wird eine 17-jährige Leichtathletin aus Schloß Neuhaus mit von der Partie sein: Mareen Kalis vom LC Paderborn löste am Sonntag bei den „European Youth Olympic Trials“ in Baku ein Olympia-Ticket über 800 Meter (wir berichteten). Ihre Vereinskollegin Chantal Butzek hatte in der Haupstadt Aserbaidschans hingegen enormes Pech: Die Hürdensprinterin stürzte in ihrem Vorlauf gleich am ersten Hindernis und musste so den Traum von Nanjing begraben.

„Chantal wollte einfach zu viel. Sie ist unkontrolliert losgelaufen und zu schnell zur ersten Hürde gekommen“, nennt LC-Trainer Michael Gaentzsch den Grund für das folgenschwere Missgeschick. „Sie hat sich zunächst fürchterlich über sich selbst geärgert, aber die Sache nun abgehakt. Chantal ist jung und hat eine schmerzhafte, aber wichtige Erfahrung gesammelt. Und sie ist ein Kämpfertyp“, ergänzt Gaentzsch.

Zudem kann Butzek einen attraktiven Plan B in Angriff nehmen. Denn nun lockt die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft in Eugene (22. bis 27. Juli). Die 17-jährige Paderbornerin hätte für die Titelkämpfe im US-Leichtathletik-Mekka mehrere Optionen. So sind Starts über 100 Meter Hürden, 100 Meter flach oder in der 4 x 100 Meter-Staffel denkbar. „Wir werden das nach ihrer Rückkehr aus Baku in Ruhe besprechen“, so Gaentzsch.

Die beiden LC-Talente werden heute die Heimreise antreten. Mareen Kalis hat dann eine Bronzemedaille im Gepäck. Denn in Baku löste sie als drittbeste Europäerin das Ticket für die Olympischen Jugendspiele. In 2:10,30 Minuten hatte sich die 800-Meter-Spezialistin souverän fürs A-Finale qualifiziert. Dort entwickelte sich ein taktisches Rennen. Keine Läuferin wollte Tempo machen. Entsprechend groß war das Gedränge. Kalis musste hierbei eine Schrecksekunde überstehen, denn die Russin Yekaterina Alekseyeva geriet nach 400 Metern ins Straucheln. Die LC-Athletin musste komplett abstoppen, kämpfte sich aber mit einem beherzten Schlussspurt in 2:10,07 Minuten noch auf Rang drei vor. „Direkt im Ziel war Mareen etwas von ihrer Zeit enttäuscht. Aber die war ohnehin nebensächlich. Und bei der Siegerehrung war sie sehr beeindruckt und begeistert“, berichtet ihr Coach Michael Krusemark.

Die offiziellen Nominierungen gibt der Deutsche Olympische Sportbund am 4. Juli bekannt. Dann werden wohl 13 Leichtathleten auf der Liste für Nanjing stehen. „Wir haben in Baku 13 von 15 Quotenplätzen erreicht. Das ist eine mehr als hervorragende Ausbeute“, freut sich Bundestrainer Jörg Peter

Quelle: Neue Westfälische 03.06.2014