Samstag, 07. März 2026

Schuften unter der Sonne Floridas

 
LEICHTATHLETIK: Inna Weit trainiert derzeit in den USA ist bereit für die Staffel-Weltmeisterschaft
VON FRANK BEINEKE
 
Inna Weit kann auch im Trainingslager in Clermont auf das Fachwissen ihres Trainers Thomas Prange (verdeckt) zählen. Hier hilft der LC-Coach seiner Athletin beim Stretching (Foto: Privat)

Inna Weit kann auch im Trainingslager in Clermont auf das Fachwissen ihres Trainers Thomas Prange (verdeckt) zählen. Hier hilft der LC-Coach seiner Athletin beim Stretching (Foto: Privat)


Paderborn. Die Leichtathletik-Saison 2014 ist reich an internationalen Höhepunkten. Da wären beispielsweise die Team-Europameisterschaften in Braunschweig (21./22. Juni) und die EM in Zürich (12. bis 17. August). Doch los geht’s bereits am 24. und 25. Mai auf den Bahamas. In der Hauptstadt Nassau steigt nächstes Wochenende die Erstauflage der Staffel-Weltmeisterschaften. Inna Weit vom LC Paderborn ist dann mit von der Partie. Der am 22. Mai anstehende Flug nach Nassau wird für die 25-jährige Sprinterin nur eine Stunde dauern, denn Weit absolviert derzeit ein Trainingslager in Florida.

„Es läuft hier richtig gut. Und es macht natürlich Spaß, hier zu trainieren, denn bei solchen Temperaturen geht es viel leichter von der Hand als bei Kälte und Regen“, berichtet die Paderbornerin, die zusammen mit weiteren Sprint-Assen des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) im „National Training Center“ in Clermont Quartier bezogen hat. Bei Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius hatte in dem 28.000-Einwohner-Städtchen bei Orlando am vergangenen Wochenende auch ein Testwettkampf mit hochkarätiger internationaler Beteiligung stattgefunden.

 Für Inna Weit war es der Saisoneinstieg. „Und der hat gezeigt, dass ich bis jetzt mit meinem Training richtig liege“, kommentiert die deutsche 200-Meter-Meisterin ihre beiden Rennen. So stellte sie mit 11,39 Sekunden über 100 Meter ihre persönliche Bestzeit ein. Mit 23,34 Sekunden über 200 Meter setzte sich Weit zudem an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste. „Dabei herrschte in der Kurve sogar starker Gegenwind. Innas Rennen über die 100 Meter war unterdessen schon gut, aber es sollte noch deutlich besser gehen“, urteilt ihr Trainer Thomas Prange.

Der Sprint-Coach vom LC Paderborn ist ebenfalls in Florida vor Ort. „Das hilft mir in der Festigung meiner Technik sehr viel weiter“, freut sich Inna Weit. Allein die Achillessehne bereitet Sorgen. Bereits im Trainingslager auf Teneriffa waren Probleme aufgetreten, die ihr Physiotherapeut Eduard Stabel in Paderborn aber gut in den Griff bekam. „Aber hier in Florida sind sie wieder aufgetreten“, erklärt Weit.

Nichtsdestotrotz darf die LC-Athletin bei der Staffel-Weltmeisterschaft in Nassau sogar auf einen Doppel-Start hoffen. Denn Bundestrainer Thomas Kremer hat für die beiden Staffeln über 4 x 100 und 4 x 200 Meter nur sieben Athletinnen nominiert. Eine Sprinterin muss daher zwei Mal ran – und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dies Inna Weit sein könnte. Über 200 Meter ist die Paderbornerin ohnehin gesetzt. Und eigentlich zählt die 25-Jährige auch zur Stammbesetzung der 100-Meter-Sprintstaffel. So landete Inna Weit im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft in Moskau zusammen mit Verena Sailer, Tatjana Pinto und Yasmin Kwadwo auf einem glänzenden vierten Platz. Auf dieses Quartett könnte der DLV nun auch bei der Staffel-WM zählen.

„Ich bin voller Tatendrang und optimistisch, dass ich mein Bestes abrufen kann, wenn ich in beiden Staffeln eingesetzt werde“, betont die pfeilschnelle Paderbornerin, die auf den Bahamas auf die versammelte Weltelite treffen wird. Doch so attraktiv die WM-Premiere auf der traumhaft schönen Karibikinsel auch sein mag. Das ganz große Ziel ist die Europameisterschaft in Zürich. „Da möchte ich unbedingt mit dabei sein. Über welche Strecken, weiß ich noch nicht. Aber ich will mich in dieser Saison auf jeden Fall weiter steigern“, bekräftigt Inna Weit. Und für diese Ziele wird derzeit unter der Sonne Floridas fleißig geschuftet.

Quelle: Neue Westfälische 19.05.2014