Samstag, 07. März 2026

Aufschwung im Ahorn

SPORTLERBALL: LC Paderborn wird für das Erfolgsjahr 2013 mit dem Medienpreis ausgezeichnet
  
Der LC-Vorsitzende Ulrich Woischner präsentiert den Medienpreis und wird dabei von den folgenden Athletinnen und Trainerinnen des LC Paderborn flankiert: (v. l.) Nicola Looschelders, Susanne Müller-Krusemark, Mareen Kalis, Kathi Panitz, Inna Weit, Britta Tomkel und Chantal Butzek. (Foto: Marc Köppelmann)

Der LC-Vorsitzende Ulrich Woischner präsentiert den Medienpreis und wird dabei von den folgenden Athletinnen und Trainerinnen des LC Paderborn flankiert: (v. l.) Nicola Looschelders, Susanne Müller-Krusemark, Mareen Kalis, Kathi Panitz, Inna Weit, Britta Tomkel und Chantal Butzek. (Foto: Marc Köppelmann)


Paderborn. Der LC Paderborn hat in seiner Historie zahlreiche Erfolge verbucht. Leichtathletik-Asse wie Inga Leiwesmeier, Claudia Tonn oder Lilli Schwarzkopf sorgten selbst auf internationaler Ebene für Furore. Doch die vergangenen zwölf Monate stellten alles in den Schatten. „Ich dachte, 2012 sei nicht zu toppen. Aber 2013 wurde dann zum erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte“, bilanziert der LC-Vorsitzende Ulrich Woischner. Die herausragende Arbeit des Clubs wurde am Samstagabend beim Sportlerball mit dem „Paderborner Medienpreis“ gewürdigt.

Im Vergleich zu den Erfolgen der vergangenen Jahre oder Jahrzehnte gab es 2013 vor allem einen großen Unterschied, wie Woischner hervorhebt: „Früher hatten wir ein oder zwei Topleute. Aber jetzt sind es gut zehn Athletinnen und Athleten, die in der nationalen Spitze mitmischen.“ Aushängeschild ist und bleibt jedoch Inna Weit. Die 25-jährige LC-Sprinterin sicherte sich 2013 unter anderem den deutschen Hallen- und Freiluft-Meistertitel über 200 Meter. Zudem landete Weit mit der deutschen Sprintstaffel bei der Weltmeisterschaft in Moskau auf einem sehenswerten vierten Platz.

Vereinsgeschichte schrieben aber auch zwei Juniorinnen aus dem Jahrgang 1997: Hürdensprinterin Chantal Butzek und Mittelstrecken-Ass Mareen Kalis, die zudem nationale Meistertitel holten, glänzten bei der U18-Weltmeisterschaft in Donezk mit den Plätzen sechs und sieben. „So etwas gab es beim LC noch nie“, schwärmt der Vereinsvorsitzende.

2014 könnte die LC-Chronik um weitere Erfolgskapitel ergänzt werden. Für Inna Weit ist vor allem die Europameisterschaft in Zürich ein lohnenswertes Ziel. Chantal Butzek und Mareen Kalis hoffen auf die Qualifikation für die Olympischen Jugendspiele im chinesischen Nanjing. Zudem könnten andere LC-Athleten den nächsten Schritt machen. Ulrich Woischner hat hierbei vor allem die Sprint-Asse Josefina Elsler und Steven Müller auf der Rechnung. „Viele haben ihr Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft. Bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm wollen wir jedenfalls voll zuschlagen“, sagt Woischner.

Auf der Suche nach den Gründen für den Erfolg wird der 54-Jährige schnell fündig. „Wir haben uns einfach auf allen Ebenen professionalisiert“, erklärt der LC-Vorsitzende und nennt die „hervorragend funktionierende Geschäftsstelle“ sowie die „deutlich verbesserte Kommunikation“ zwischen Trainern und Vorstand als Beispiele. Zudem wurde und wird die Nachwuchsarbeit kontinuierlich optimiert. Das neue LC-Sportkonzept beinhaltet spezielle Sichtungstests mit allen Trainern, um frühzeitig Talente zu entdecken.

Denn der 900 Mitglieder zählende Leichtathletik-Club hat hohe Ziele. „Wir würden schon ganz gerne zu Vereinen wie Wattenscheid oder Leverkusen aufschließen“, sagt Ulrich Woischner. Der Ahorn-Sportpark biete dafür die nötige Infrastruktur. Auch im Trainerbereich sei der Verein prima aufgestellt. Letztlich werden aber zusätzliche Sponsoren benötigt. „Eines aber ist klar: Wir werden keine Athleten einkaufen, die hier Geld bekommen“, so Woischner.

Bei der Förderung des Spitzensports dürfe zudem der Breitensport nie aus den Augen verloren werden. Der äußerst erfolgreiche Seniorenbereich oder Angebote wie Fitness-Kurse seien enorm wichtig. „Wir sehen den LC als große Familie, in der jeder die Möglichkeit bekommen soll, seinen Sport auszuüben“, betont Ulrich Woischner, dessen Club 2013 jedoch auch einen der traurigsten Momente der Vereinsgeschichte erleben musste. Der langjährige LC-Vorsitzende und Weltklasse-Seniorenleichtathlet Lothar Pongratz starb im Sommer beim Diskuswurf-Training im Alter von 61 Jahren. Und so standen all die Erfolge auch im Zeichen des Gedenkens an einen vorbildlichen Athleten.

 

Quelle: Neue Westfälische 13.01.2014