LEICHTATHLETIK: Weit hat Pech mit dem Wetter
Regensburg/Paderborn (FB). Bei der Westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Duisburg hatte Inna Weit vom LC Paderborn unlängst die zweitbeste 200-Meter-Zeit ihrer Karriere erzielt. Die 23,11 Sekunden flossen jedoch nicht in die offiziellen Bestenlisten ein, da in Duisburg ein zu starker Rückenwind geherrscht hatte. Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg hatte die 24-jährige Paderbornerin am Samstag erneut Pech mit dem Wind. Denn der hatte diesmal stark von vorne geblasen.
Bei einem Gegenwind von 1,6 Metern pro Sekunde standen am Ende 23,34 Sekunden zu Buche. Dies bedeutete Platz zwei. Lediglich Jodie Williams war zwei Hundertstel schneller. Die mehrfache Junioren-Welt- und Europameisterin aus Großbritannien, die eine beachtliche Bestzeit von 22,76 Sekunden vorweisen kann, war erst auf den letzten zwei, drei Metern noch an Weit vorbeigezogen. „Beim Finish hat Inna noch Luft nach oben. Aber im Prinzip war es das vielleicht beste 200-Meter-Rennen, das ich bislang von ihr gesehen habe“, lobte LC-Trainer Thomas Prange. Die A-Norm für die Weltmeisterschaften in Moskau, die bei 22,95 Sekunden steht, war bei diesen Bedingungen allerdings reine Utopie. „1,6 Meter pro Sekunde Gegenwind kosten einfach zu viel Kraft. Ich bin aber optimistisch, dass die 23-Sekunden-Marke bei guten Bedingungen noch fallen wird“, betont Inna Weit.
Die Paderbornerin schob sich mit ihrer in Regensburg erzielten Zeit aber immerhin auf Platz eins der deutschen Bestenliste. Nicht nur deshalb dürfte Weit heute vom Deutschen Leichtathletikverband (DLV) mit großer Wahrscheinlichkeit für die Team-Europameisterschaft im englischen Gateshead (22. und 23. Juni) nominiert werden.
Zudem machte Paderborns Sportlerin des Jahres bei der Sparkassen-Gala einen weiteren Schritt Richtung WM. Denn zusammen mit Yasmin Kwadwo (Mannheim), Tatjana Pinto (Münster) und Katharina Grompe (Dortmund) knackte Inna Weit in der 4 x 100-Meter-Staffel in 43,38 Sekunden die A-Norm für die Titelkämpfe in Moskau – und dies in Abwesenheit von Deutschlands Vorzeigesprinterin Verena Sailer. „Das war ein extrem starker Staffel-Auftritt. Und mit einer Sailer ist sicher noch deutlich mehr drin“, urteilt ThomasPrange.
Und noch eine weitere Athletin vom LC Paderborn trumpfte in Regensburg auf: Die erst 16-jährige Mareen Kalis stellte im Frauen-Rennen über 800Meter in 2:06,62 Sekunden eine überragende persönliche Bestzeit auf. Damit blieb sie satte 1,4 Sekunden unter der DLV A-Norm für die U18-Weltmeisterschaften im ukrainischen Donezk (10. bis 14. Juli). „Wir hatten insgeheim mit einer 2:07-Minuten-Zeit spekuliert. Aber dieses Ergebnis ist eine sehr, sehr positive Überraschung“, bilanziert LC-Coach Michael Krusemark das Rennen seiner talentierten Mittelstreckenläuferin. Nach 100-Meter-Sprinterin Chantal Butzek ist Mareen Kalis bereits die zweite LC-Athletin, die die Norm für die U18-Weltmeisterschaften geknackt hat.
Quelle: Neue Westfälische NR. 131, MONTAG, 10. JUNI 2013





