Donnerstag, 01. Dezember 2022

Prima Zeiten werden vom Winde verweht

LEICHTATHLETIK: Starter vom LC Paderborn holen bei den NRW-Meisterschaften vier Titel

 

Die Formkurve zeigt nach oben: LC-Ass Janina Kölsch.  (FOTO:IMAGO)

Die Formkurve zeigt nach oben: LC-Ass Janina Kölsch. (FOTO:IMAGO)

VON FRANK BEINEKE

Duisburg/Paderborn. Eigentlich wollte Inna Weit ihr Saisondebüt über 200 Meter am Samstag beim Meeting in Jena feiern. Doch da das dortige Ernst-Abbe-Sportfeld komplett unter Wasser stand, musste die Veranstaltung abgesagt werden. Und so entschied sich die deutsche Meisterin vom LC Paderborn kurzfristig für einen Start bei der Westdeutschen Meisterschaft in Duisburg. Es war eine gute Wahl, denn Weit holte nicht nur einen von vier Paderborner Titeln, sondern lief in 23,11 Sekunden auch die zweitbeste 200-Meter-Zeit ihrer Karriere.

„Die Kurve war sehr stark und der Lauf ein guter Saisoneinstand auf dieser Strecke“, bilanzierte die 24-jährige LC-Athletin, die damit bis auf 16 Hundertstel an die DLV-A-Norm für die Weltmeisterschaft in Moskau heranlief. Zudem hielt Inna Weit eine enorm starke Konkurrenz in Schach, denn auch Esther Cremer, Maike Dix (beide Wattenscheid), Cathleen Tschirch (Leverkusen) und Katharina Grompe (Dortmund) hatten sich angesichts der Meeting-Absagen in Jena und Zeulenroda für einen Start in Duisburg entschieden. Gegen Paderborns Sportlerin des Jahres waren sie jedoch chancenlos.

Allein der Blick auf die Windmessung trübte die Freude über den NRW-Titel. Denn 2,2 Meter Rückenwind pro Sekunde waren etwas zu viel des Guten. Dieses Schicksal teilte Weit mit diversen Teamkolleginnen. So wurden auch die neuen persönlichen Bestzeiten der LC-Neuzugänge Josefina Elsler und Janina Kölsc  buchstäblich vom Winde verweht. Elsler hatte in 24,15 Sekunden souverän den U23-Titel über 200 Meter geholt. Kölsch wurde in 11,84 Sekunden Dritte über 100 Meter der U23-Juniorinnen. „Beide machen sich richtig gut“, lobt LC-Coach Thomas Prange seine jungen Sprinterinnen.

Hinzu kommen der starke Auftritt von LC-Ass Britta Tomkel, die im 100-Meter-Finale der Frauen in 11,78 Sekunden auf Rang vier landete, ein sehenswerter 200-Meter-Lauf von Ina Thimm (24,49 Sekunden) sowie ein neuer Vereinsrekord in der Sprintstaffel. Tomkel, Weit, Elslerund Kölsch sicherten dem LC Paderborn in 45,03 Sekunden Silber hinter NRW-Meister Bayer Leverkusen (44,60). Thomas Prange sieht auch hier noch Luft nach oben: „Die Wechsel – insbesondere der letzte – waren alles andere als optimal.“

Am kommenden Samstag sind die LC-Sprinterinnen nun beim „German Meeting“ im derzeit vom Hochwasser geplagten Regensburg im Einsatz. Wenn das Wetter passt und der Wind mitspielt, soll dort der nächste Großangriff auf WM- und DM Normen erfolgen.

Doch auch Männer vom LC Paderborn trumpften bei den NRW-Titelkämpfen in Duisburg auf. Sogewann Nils Kappeller mit 2,08 Metern den Hochsprung-Wettbewerb. Eine weitere Goldmedaille gab’s für Speerwerfer Erik Riedel (54,12 Meter), der allerdings auch der einzige Teilnehmer in der Männer-Konkurrenz gewesen war.

Mehrkämpfer Marvin Gregor nutzte die Meisterschaften für einen Formtest und startete im Stabhochsprung (4,70 Meter) und im Speerwerfen (54,18 Meter) der U23. Ebenfalls in dieser Altersklasse im Einsatz war LC Diskuswerfer Robin Linnemann, der mit 43,92 Metern auf dem letzten Drücker die Norm  für die Deutschen Juniorenmeisterschaften knackte.

Senkrechtstarter: Leichtathletik-Novize Steven Müller. (FOTO: FINKE)

Senkrechtstarter: Leichtathletik-Novize Steven Müller. (FOTO: FINKE)

Für eine faustdicke Überraschung sorgte aber vor allem Steven Müller. Der ehemalige Footballer der Paderborn Dolphins, der erst seit der vergangenen Wintersaison ernsthaft Leichtathletik betreibt, holte in glänzenden 10,66 Sekunden Bronze im 100-Meter-Lauf der Männer. Lediglich die deutschen Sprintstars Julian Reus (Wattenscheid/ 10,20) und Sebastian Ernst (Leverkusen/10,49) waren schneller. Für den 23-jährigen LC-Neuzugang war es erst der dritte 100-Meter-Wettkampf seiner Karriere gewesen.

Quelle: nw-news.de