Samstag, 19. September 2020

Es soll zur Dauereinrichtung werden

Hallenmeeting des LC Paderborn im Ahorn-Sportpark erstmals integrativ. Geistig behinderte Sportler der TuRa Elsen bereichern Traditionsveranstaltung

Das Leichtathletik-Hallenmeeting des LC Paderborn im Ahorn-Sportpark hat eine lange Tradition. Am Sonntag gab es für das LC-Organisationsteam jedoch eine Premiere. Erstmals in der Historie waren geistig behinderte Sportler am Start. Dies soll zum Dauerzustand werden und ein Auftakt, künftig auch weitere Veranstaltungen des LC integrativ zu gestalten.
Die Initialzündung für die Zusammenarbeit zwischen TuRa Elsen und LC Paderborn lieferte Maike Beilfuss, ebenfalls LC-Mitglied. Die TuRa-Übungsleiterin lief bei der Leiterin des LC-Organisationsteams mit der vergleichsweise kurzfristigen Anfrage, ob geistig behinderte Sportler der TuRa beim Meeting starten könnten, offene Türen ein. „Für uns und den Vorstand gab es kein langes Überlegen und eine einstimmige Entscheidung“, berichtet Kathrin Panitz, „das machen wir auf jeden Fall.“ Panitz und ihr Team schulterten den Zusatzaufwand bei der erforderlichen Änderung der Zeit- und Meeting-Startpläne. Der Kommentar von Beilfuss, die sich über die positive Reaktion des LC freut: „Es ist sehr schön, dass wir unseren Sportlern erstmals eine Hallenveranstaltung anbieten könnten, die bei uns vor der Haustür stattfindet und zudem in der Halle, in der wir immer trainieren.“
Sechs geistig behinderte TuRaner waren bei der integrativen Premiere des LC-Hallenmeetings dabei. Bis zu 30 hätten es sein können; insgesamt waren am Samstag knapp 500 Starter aus NRW und angrenzenden Bundesländern im Ahorn-Sportpark am Start. „Wir haben geistig Behinderte Sportler aus ganz NRW eingeladen“, erläutert Beilfuss, „doch in der Kürze der Zeit kamen nicht mehr Teilnehmer zusammen.“ Sie gehe aber davon aus, dass künftig und mit mehr Vorlauf die Resonanz größer ausfallen werde.
Der erste Startschuss des Meetings fiel für die TuRa-Sportler. Im 60-Meter-Sprint gaben Robert Schulte, Carsten Beilfuss, Michael Jähnert, Steffen Rammert und Natalie Boldt – angefeuert von Mitstreiterin und Kugelstoßerin Katja Kubitzki – alles. Im Anschluss waren die TuRaner beeindruckte Zuschauer bei den nachfolgenden Sprintläufen und machten bis zu ihren eigenen weiteren Starts (Ku- gelsoßen, Weitsprung, 60-Meter- Staffel) bei sämtlichen Disziplinen Station.
Die leuchtenden Augen der Sportler erfreuten auch Michael Tack. Der TuRa-Übungsleiter weilte als offizieller Vertreter von Special Olympics NRW in der Halle und erinnerte daran, dass 2023 die Special-Olympics-Weltspiele zum ersten Mal in Deutschland stattfinden.
„Es wäre ein Traum und ein großes Ziel, brächte die TuRa in Berlin Sportler an den Start“, sagte Tack und ergänzte: „Vielleicht kann die Stadt Paderborn im Vorfeld der Spiele sogar Gastgeber für eine der internationalen Delegationen sein.“

 

Quelle: Westfalen-Blatt Nr. 287