Freitag, 18. Oktober 2019

„Alles, oder nichts!“ – Pinto ist bereit für Doha

„It’s all or nothing“ (Alles, oder nichts) kündigt Tatjana Pinto nach der offiziellen Nominierung für die Weltmeisterschaften in Doha, Katar (27.09-6.10), des Deutschen Leichtathletik Verbandes über ihr Instagram-Profil an. Eine Aussage, die man Deutschlands schnellster Sprinterin 2019 abkaufen kann und muss. Erstmalig wird die doppelte Deutsche Meisterin über die 100 Meter, die 200 Meter und mit der 4×100-Meter-Staffel bei einer internationalen Meisterschaft an den Start gehen. Eine außergewöhnliche Situation für die geborene Münsteranerin, die den Meisterschaften entgegenfiebert. „Es gibt momentan eine kleine Revolution im deutschen Sprint und ich bin froh, ein Teil dieser Revolution zu sein. Mein Traum, meine Hoffnung für dieses Jahr und auch in Zukunft ist es unter den besten Sprintern der Welt zu sein“, äußert Pinto ambitioniert gegenüber der Online-Plattform „SpikesMag“.  Mit ihren Zeiten von 11,08 und 22,65 Sekunden setzte sie in Berlin bei den Deutschen Meisterschaften (DM) bereits ein kleines Ausrufezeichen, wobei die DM nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Doha sein sollte.

Nachdem Pinto bei den Weltmeisterschaften 2017 in London im Vorlauf durch einen Fehlstart disqualifiziert wurde und 2018 bei der Heim-Europameisterschaft in Berlin als Neunte knapp das Finale verpasste, soll es in diesem Jahr keine Patzer geben. Tatjana Pinto kommentiert deutlich: „Ich will ganz oben mitmischen und auf jeden Fall in das Finale rennen.“ Für eine optimale Vorbereitung auf die WM und das anstehende Olympia-Jahr schloss sie sich im Frühjahr der internationalen Trainingsgruppe von Puma – dem „European Base Camp“ – rund um Erfolgstrainer Rana Raider an. Die Gruppe, bestehend aus Weltklasse-Athleten aus China, Jamaika, Kanada uvm., nutzt während der Sommermonate das Trainingsgelände des Olympiastützpunktes in Bochum/Wattenscheid und zieht im Winter in die Sonne Jacksonvilles in Florida. Die Option eines Vereinswechsels schließt Pinto während einer Puma-Veranstaltung im August aus: „Paderborn ist und bleibt mein Verein. Sie haben mich immer, auch in schlechten Zeiten unterstützt. Ich bin seit 2015 Puma-Athletin und das hat in Paderborn immer gut funktioniert, besonders passend war da der Ausstatter-Wechsel des LC dieses Jahr zu Puma, also gibt es keinerlei Probleme.“

Pinto wird zum ersten Mal am 27. September für die 100 Meter Vorläufe in den Startblöcken sitzen. Thomas Prange, langjähriger Trainer und immer noch Betreuer und Vertrauter Pintos, sieht der WM optimistisch entgegen: „Tatjana hatte eine gute Vorbereitung und hat dieses Jahr schon bei nicht optimalen Wettkampfbedingungen starke Zeiten abgeliefert. Ich rechne mit einer Finalteilnahme!“