Samstag, 21. April 2018

Erfolgreiche Medaillenjagd in Madrid

Die Hoffnung auf sonniges Frühlingswetter sollte sich nicht erfüllen. Auch in Madrid war es in der vergangenen Woche regnerisch, windig und ausgesprochen kalt. Dennoch sollten zwei Leichtathletinnen vom LC Paderborn die Reise in die spanische Landeshauptstadt nicht bereuen: So gewann Karin
Förster bei den LeichtathletikSenioren-Hallen-Europameisterschaften in Madrid gleich sechs Medaillen in der Altersklasse W70. Vereinskollegin Christina Sowa erkämpfte sich derweil trotz einer schmerzhaften Verletzung Bronze im Fünfkampf der W45.

„Esist besser gelaufen als erwartet. Sechs Medaillen habe ich bei einer EM noch nie geholt“,
bilanziert Förster, die ebenfalls nicht ohne gesundheitliche Beschwerden durch die Hallensaison gekommen war. Doch schon am frühen Vormittag des ersten Wettkampftages hatte die 71-jährige
LC-Athletin ihre erste Goldmedaille in der Tasche. Obwohl sie am Brett zahlreiche Zentimeter verschenkte, sicherte sich Förster mit der Weite von 3,14 Metern souverän
den EM-Titel im Weitsprung. Gold Nummer zwei folgte noch am selben Tag. Diesmal war Förster allerdings auch die einzige Starterin ihrer Altersklasse. Im Stabhochsprung meisterte sie exakt zwei Meter. Der geplante Angriff auf ihren eigenen W70-Weltrekord (2,12 Meter) blieb aber aus, denn gleich beim ersten Versuch über 1,80 Meter hatte sich Förster eine tiefe Schürfwunde am Knie zugezogen.
Und so ging es mit einer dicken Bandage und einem Klammerpflaster in die nächsten Wettkampftage. Dennoch folgten im schmucken Sportzentrum „Gallur Municipal“ weitere Podestplätze. Über 60 Meter gab’sBronze in 10,44 Sekunden. Über 200 Meter standen 37,71 Sekunden und die Silbermedaille zu Buche. Und über 60 Meter Hürden heimste die Neuenbekenerin in 13,91 Sekunden ebenfalls einen zweiten Platz ein. „Ich war überraschend schnell“, konstatiert Förster, die ihre Zeiten von der jüngsten Hallen-DM somit verbessern konnte. Abgerundet wurde die Medaillenjagd in Madrid vom dritten EM-Titel. Diesen holte Karin Förster zusammen mit Helgard Houben, Helga Glatzki und Hannelore Venn in der 4 x 200-Meter-Staffel der W70. In 2:38,57 Minuten war das Quartett sogar schneller als die
W65-Staffeln aus Deutschland und Spanien.

Christina Sowa plagten schon seit Wochen muskuläre Probleme. Im Hochsprung Einzelwettkampf der W45 testete die LC-Athletin daher zunächst, ob ein Fünfkampf-Start überhaupt Sinn macht. Der Test lief unerwartet gut, denn mit übersprungenen 1,48 Meter belegte die Elsenerin Rang vier. Die Verletzungsprobleme machten den anschließenden Fünfkampf dann trotzdem zur Qual. So blieb die ehemalige Hallen-Weltmeisterin in ihrer Spezialdisziplin 60 Meter Hürden in 9,98 Sekunden deutlich unter ihren Möglichkeiten. Es folgten 1,45 Meter im Hochsprung, 9,56 Meter im Kugelstoßen und 4,25 Meter im Weitsprung. Auf die abschließenden 800 Meter wollte Sowa dann eigentlich verzichten, denn auch der Zeitplan spielte ihr übel mit. So peitschten die EM-Organisatoren den Fünfkampf in gerade einmal fünf Stunden durch. Doch da die LC-Athletin vor der finalen Disziplin auf Rang zwei lag,biss die 46-Jährige dann noch einmal auf die Zähne. Sowa, die die 800 Meter durchaus in 2:50 Minuten meistern kann, kämpfte sich in 3:09,41 Minuten ins Ziel. Dies reichte, um hinter den beiden
Schwedinnen Catrine Erikssonund Linda Akerman die W45-Bronzemedaille zu holen. „Ohne Verletzung hätte Christina sicher Gold gewinnen können“, erklärt Karin Förster. Doch auch EM-Bronze war mehr als ein schönes Trostpflaster.

v.L.: Karin Förster, Christina Sowa

Quelle: Neue Westfälische