Sonntag, 07. März 2021

DM-Bronze für Kwadwo & Zapalska

Bei den 68. Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletik am vergangenen Samstag in der Dortmunder Helmut-Körnig Halle konnten aus Sicht des LC Paderborn besonders Monika Zapalska und Yasmin Kwadwo aus der Sprintgruppe von Thomas Prange und Kathi Panitz jeweils mit der Bronze-Medaille glänzen. Kwadwo ersprintete sich über die 60 Meter zudem Bestzeit und Hallen-EM-Norm.

Bestzeit, Bronze und EM-Norm für Yasmin Kwadwo

Für die wohl größte Überraschung aus LC-Sicht sorgte am Samstag Top-Sprinterin Yasmin Kwadwo. Angereist als siebte der deutschen Bestenliste (7,31 Sekunden) zeigte Kwadwo sich bereits im Halbfinale mit Saisonbestzeit von 7,28 Sekunden und einem super Start als zweite ihres Halbfinals in starker Form. Im Finale konnte die 30-Jährige noch einen draufsetzen und sprintete in bachtlichen 7,19 Sekunden nicht nur zur deutlichen Bestzeit, sondern landete damit auch auf dem Bronze-Rang – zeitgleich mit der Silbermedaillengewinnerin – und unterbot die geforderte Norm für die Hallen-Europameisterschaften in Toruń (Polen, 4.-7. März). Mit dieser Leistung darf Kwadwo nun auf eine Nominierung für die Hallen-EM hoffen. „Ich bin froh, endlich das zeigen zu können, was ich mir über den Winter erarbeitet habe. Es war noch nicht ganz das, was ich eigentlich kann, aber ein großer Schritt in die richtige Richtung – das gibt einen ganz großen Boost für das Selbstbewusstsein. Ich bin extrem glücklich, nach so vielen Jahren eine Bestzeit unter 7,20 Sekunden zu haben“, so Kwadwo. Trainer Thomas Prange traut seiner Athletin sogar noch mehr zu: „Yasmins Leistung war natürlich top! Sie hat ihre Trainingsleistung bestätigt, eigentlich war das nur eine Frage der Zeit bis der Knoten platzt. Die Entscheidung zwischen Silber und Bronze war hier natürlich auch extrem knapp. Ich denke, dass sie bei der EM noch eine Schippe drauflegen könnte.“

Monika Zapalska trotz kleinem Fehler extrem stark mit Bronze

Auch Hürdensprinterin Monika Zapalska konnte bereits bei ihrem Halbfinalsieg mit 8,23 Sekunden in einem souveränen Lauf ihre Saisonbestzeit deutlich steigern. In einem extrem engen Finale konnte Zapalska über die 60 Meter Hürden exakt diese Zeit erneut auf die Bahn bringen und erreichte damit ebenfalls – nur zwei Hundertstelsekunden hinter der Zweitplatzierten – den Bronzerang. Nach ihrer Bronzemedaille im vergangenen Sommer über die 100 Meter Hürden beweist sich das Paderborner Hürden-Ass damit erneut in der absoluten deutschen Spitze. Zapalska zeigt sich direkt nach dem Wettkampf sehr ehrgeizig: „Ich bin leider nicht ganz zufrieden. Ich hätte das gewinnen können, wenn die erste Hürde geklappt hätte… Leider bin ich viel zu tief aus dem Startblock raus und bin an der ersten Hürde sehr lange geflogen, da habe ich sehr viel verloren und musste dann etwas hinterher laufen, um mich noch auf einen Medaillenrang zu retten. Das ist natürlich ärgerlich. Ich weiß, was ich kann und ab jetzt wird für den Sommer trainiert – da wird dann angegriffen…“ Ihr Trainer Thomas Prange schätzt den Wettkampf ähnlich ein: „Monis Leistung war top. Der Vorlauf war easy, im Finale hatte sie eine super Reaktion am Start. Leider hat sie durch einen Fehler an der ersten Hürde an Geschwindigkeit verloren und musste neu beschleunigen – das kann man sich in so einem Feld in einem DM-Finale natürlich nicht erlauben, ansonsten hätte sie sogar gewinnen können.“

Fast Bestzeit für Keshia Kwadwo und nur ganz knapp am Finale vorbei

Für Keshia Kwadwo bedeuteten starke 7,36 Sekunden die Bestätigung ihrer Saisonbestleistung und die neunt-schnellste Zeit im Feld der Frauen über 60 Meter – damit schrammte sie nur einen Platz bzw. 0,03 Sekunden am Finale vorbei. Mit ihrer Zeit nur zwei Hundertstelsekunden über ihrer Bestzeit beweist Keshia trotzdem ihre starke Form mit guten Aussichten auf die kommende Sommersaison. „Nochmal 7,36 Sekunden… Ich hatte natürlich gehofft, einen Tick schneller zu rennen, aber dafür, dass ich so bescheidene Umstände im Winter hatte ist das völlig okay. Ich freue mich dafür jetzt umso mehr, dass Yasmin die Bronzemedaille geholt hat“, erklärt die Kwadwo-Schwester. „Keshia hatte ursprünglich aufgrund von gesundheitlichen Problemen keine Hallensaison geplant, allerdings hatten wir uns kurzfristig entschieden doch noch einen Wettkampf zu machen, dann wollte sie gerne die DM laufen – die Zeit ist gut und wir sind auf dem absolut richtigen Weg in Richtung Sommer“, so Trainer Prange.

Marvin Orthmann hat sich bei der ersten DM im Feld der Männer stark bewiesen

Für Nachwuchstalent Marvin Orthmann, der noch der U20 angehört, waren diese Deutschen Meisterschaften seine ersten im Feld der Männer, nachdem er vergangenen Sommer über die 100 Meter der U20 DM-Bronze holte. Mit einer erst kürzlich aufgestellten Bestzeit von 6,77 Sekunden angereist, konnte Orthmann diesen Leistungsstand mit schnellen 6,83 Sekunden im Halbfinale bestätigen. „Die DM war für mich eine gute Erfahrung, das Feld war extrem stark. Ich war einer der jüngsten Athleten im Sprint im Männerbereich, meine erste DM bei den Aktiven – das war schon nochmal anders als gewohnt. Ich bin mit meiner Performance ziemlich zufrieden. Meine Reaktion am Start hätte besser sein können, da habe ich einiges liegen gelassen, aber alles in allem konnte ich meine Zeit bestätigen und gehe mit gutem Gewissen in die Sommervorbereitungen. In der Halle werden die Grundlagen für den Sommer gelegt, jetzt heißt es an den Fehlern arbeiten, um im Sommer stärker und vor allem schneller zu laufen“, so Orthmann. Sprint-Coach Thomas Prange schätzt seine Leistung stark ein: „Für Marvin war die DM eine super Erfahrung, er hat sich gut verkauft. Den Start hat er etwas verschlafen, daher ist er knapp an einer neuen Bestzeit vorbeigeschrammt. Seine Zeiten in diesem Jahr sind wirklich beachtlich, wenn man bedenkt, dass er eine Bestzeit von 6,99 Sekunden aus dem letzten Winter stehen hatte. In starkem Feld bewiesen, dass er dem Druck standhalten kann – ich sehe in ihm ganz klar einen Athleten für die kommenden Jahre…“

Die Sportliche Leiterin des LC, Ines Wäntig, zeigt sich sehr zufrieden: „Zweimal Bronze innerhalb von nur wenigen Minuten für den LC war schon Wahnsinn. Monika und Yasmin haben beide in super engen Finals die Nerven bewahrt und mit Saison- bzw. Persönlicher Bestzeit abgeliefert. Vor allem Yasmin hat an diesem Samstag bewiesen, dass mit ihr stets zu rechnen ist und empfiehlt sich mit ihrer Performance absolut für die Nominierung zur Hallen-Europameisterschaft. Schade war, dass es für Keshia nur so knapp nicht fürs Finale gereicht hat, aber sie hat gezeigt, dass sie nach längerer Pause zu alter Stärke zurückgefunden hat. Für Marvin war die DM eine super Erfahrung und er kann stolz auf seine gezeigte Leistung sein.“