Samstag, 16. Oktober 2021

Ende gut, alles gut

LEICHTATHLETIK: 800-Meter-Ass Mareen Kalis krönt ihre starke Hallensaison mit einer neuen Bestzeit

VON FRANK BEINEKE

 

2015_01_11_FLVW_Halle_MareenKalisPaderborn. Erst gab’s den Titel bei der Deutschen U20-Hallenmeisterschaft. Dann sahnte Mareen Kalis unterm Hallendach Bronze bei den nationalen Leichtathletik-Titelkämpfen der Erwachsenen ab. Im letzten Wettkampf der Hallensaison erreichte die 17-Jährige vom LC Paderborn nun auch noch ein letztes großes Ziel: Beim U20-Hallen-Länderkampf zwischen Gastgeber Frankreich, Italien und Deutschland in Lyon stellte Kalis in 2:05,30 Sekunden eine persönliche Bestzeit über ihre Paradestrecke 800 Meter auf. Damit kletterte sie zugleich auf Rang drei der europäischen U20-Hallenbestenliste.

„Die Saison ist richtig gut gelaufen. Mareen war super erfolgreich“, lobt LC-Coach Michael Krusemark seine Athletin, die sich zusammen mit dem deutschen U20-Team zudem über den Gesamtsieg freuen konnte. Mit 201,5 Punkten lag der Nachwuchs des Deutschen Leichtathletikverbandes klar vor Frankreich (172,5) und Italien (171). Auch Kalis konnte in der schmucken Stéphane-Diagana-Halle in Lyon fleißig punkten, wenngleich ihre sensationelle Zeit noch nicht einmal zum Sieg reichte. Denn der ging an das italienische Leichtathletik-Wunderkind Marta Zenoni. Die 15-Jährige aus Bergamo setzte sich im Schlussspurt gegen Kalis durch, überquerte in 2:05,19 Minuten die Ziellinie und verbesserte damit den 26 Jahre alten italienischen U20-Rekord um stolze drei Sekunden.

Allerdings hatte Zenoni dabei von der beeindruckenden Tempo-Arbeit ihrer deutschen Kontrahentin profitiert. Denn von Beginn an drückte Kalis auf die Tube. Außer Zenoni konnte ihr niemand folgen. Doch auf den letzten Metern fehlten der 17-Jährigen aus Schloß Neuhaus dann ein wenig die Körner. „Leider musste Mareen das Tempo komplett alleine gestalten, aber gerade deswegen ist die Zeit noch höher zu bewerten“, urteilt Michael Krusemark.

Mit Sprinterin Chantal Butzek hatte eine weitere Athletin vom LC Paderborn aus schulischen Gründen auf einen Start in Lyon verzichtet. Auch für Mareen Kalis vom Gymnasium Schloß Neuhaus steht nun erst einmal die Schule im Mittelpunkt. Schließlich stehen im Frühjahr die Abitur-Prüfungen auf der Agenda. Nach dem Abi wird dann fleißig trainiert. Denn die Sommersaison ist mit Höhepunkten gespickt. Das große Ziel sind die U20-Europameisterschaften, die vom 16. bis 19. Juli im schwedischen Eskilstuna steigen. Dort könnte Mareen Kalis womöglich auch wieder auf Marta Zenoni treffen.