Samstag, 16. Oktober 2021

Eine Klasse für sich

 

Chantal Butzek dominierte in Rostock über 100 Meter Hürden. Im Ziel riss sie die Arme in die Höhe. In tollen 13,42 Sekunden hatte die Paderbornerin Gold geholt. FOTOS (2): IRIS HENSEL

Chantal Butzek dominierte in Rostock über 100 Meter Hürden. Im Ziel riss sie die Arme
in die Höhe. In tollen 13,42 Sekunden hatte die Paderbornerin Gold geholt. FOTOS (2): IRIS HENSEL

LEICHTATHLETIK: Butzek wird souverän deutsche U18-Meisterin im Hürdensprint

Paderborn/Rostock . Chantal Butzek lässt sich derzeit von nichts aufhalten – auch nicht von einer Sommergrippe. Trotz einer starken Erkältung und Halsschmerzen sicherte sich die 16-jährige Sprinterin vom LC Paderborn am Freitag den ersten deutschen Meistertitel ihrer jungen Karriere. Bei den Deutschen Jugend-Leichtathletik-Meisterschaften in Rostock gewann Butzek über 100 Meter Hürden der Altersklasse U18. In 13,42 Sekunden knüpfte sie zudem nahtlos an die Glanzleistung an, die sie vor zwei Wochen bei der U18-Weltmeisterschaft in Donezk gezeigt hatte. 

„Ein tolles Gefühl. Eigentlich hatte ich nicht mit Gold gerechnet. Denn mir ging’s gar nicht gut“, erklärt Chantal Butzek. Noch am Donnerstagabend war sie in Rostock zum Arzt gegangen. Hausmittel mussten herhalten, um die Erkältung zu bekämpfen. Und das Programm am Freitag war hart. In nur drei Stunden musste die WM-Sechste Vorlauf, Zwischenlauf und das Finale bestreiten. Doch Butzek meisterte die Herausforderung mit Bravour. In allen drei Runden war die Paderbornerin die mit Abstand schnellste Läuferin. Bereits im Vorlauf hatte sie mit angezogener Handbremse 13,79 Sekunden erzielt.

„Da habe ich gemerkt, dass doch etwas geht“, so Butzek. Es folgten sehenswerte 13,58 Sekunden im Zwischenlauf. Und im Finale verfehlte sie ihre grandiose Bestzeit von der WM in Donezk nur um zwei Hundertstel. In einem extrem schnellen Rennen lag sie damit deutlich vor dem zeitgleichen Duo Paula Hasse (Potsdam) und Katharina Winkler (Fürth, je 13,68 Sekunden).

„Eine kleine Backpfeife muss ich mir allerdings selbst geben. Denn an den letzten beiden Hürden habe ich Tempo rausgenommen. Sonst wäre ich wohl erstmals unter 13,40 Sekunden geblieben“, berichtet Butzek. Doch dies konnte auch die Begeisterung bei Trainer Bernhard Bensch nicht schmälern: „Das war mal wieder der Hammer und eine super Leistung von Chantal. Eine solche Zeit hatte ich ihr heute nicht zugetraut.“

An diesem Samstag wollte Chantal Butzek eigentlich noch die 100 Meter flach in Angriff nehmen. Doch die frischgebackene deutsche Hürden-Meisterin verzichtet. „Die Gesundheit geht vor“, betont die 16-jährige Paderbornerin.

Mareen Kalis und Tatjana Schulte sind dagegen am Samstag im Einsatz. Und die beiden Mittelstrecken-Asse vom LC Paderborn setzten bereits am Freitag ein Ausrufezeichen. Der Vorlauf-Sieg von Titelkandidatin Kalis war hierbei keine Überraschung. Die WM-Siebte von Donezk hatte in ihrem 800- Meter-Rennen alles im Griff, sparte Körner und hielt mit ihrem starken Schluss-Spurt die Konkurrenz in Schach. In 2:13,73 Minuten stand für Kalis am Ende zwar nur die achtbeste Vorlauf-Zeit zu Buche. „Aber das ist völlig uninteressant. Sie hat ihren Vorlauf gewonnen. Im Finale wird sich Mareen sicher noch einmal deutlich steigern“, prognostiziert LC-Trainer Michael Krusemark, der urplötzlich auch über 1.500 Meter eine Medaillenkandidatin im Rennen hat.

Denn Tatjana Schulte pulverisierte im Vorlauf am Freitag ihre persönliche Bestzeit. In 4:38,10 Minuten verbesserte sich die für den LC Paderborn startende Bürenerin um satte vier Sekunden. Damit erzielte die 16-Jährige völlig überraschend die drittbeste Vorlaufzeit über 1.500 Meter der U18- Mädchen. „Tatjana hat das taktisch richtig gut gemacht. Mal schauen, was im Finale geht“, sagt Michael Krusemark. Denn das Feld ist eng beisammen. Lediglich WM-Teilnehmerin Maria Dietz (LAC Quelle Fürth) dürfte unschlagbar sein.

 

Schied im Zwischenlauf aus: Sprinter Maximilian Maciejewski

Schied im Zwischenlauf aus: Sprinter Maximilian Maciejewski

Keinen guten Tag erwischte dagegen LC-Sprinter Maximilian Maciejewski über 100 Meter der Altersklasse U20. Bereits mit seiner Vorlaufzeit von 11,08 Sekunden hatte er sich nur mit Ach und Krach für den Zwischenlauf qualifiziert. Dort folgte in 11,16 Sekunden das Aus. Am Ende stand lediglich der 18. Platz zu Buche.

Auch die Paderborner U18-Mädchen-Staffel hatte im Vorlauf über 4 x 100 Meter keine Chance, denn Mareen Kalis und Chantal Butzek wurden geschont. Und so mussten Laura Pazmandi, Karen Schiwon, Senta Borlisch und Heike Wengenmaier ran. Das LC-Quartett lief ein beherztes Rennen. Doch in 49,80 Sekunden wurde das B-Finale um 52 Hundertstel verpasst. Karen Schiwon startete am Freitag zudem über 100 Meter Hürden. Ihre Zeit von 14,55 Sekunden konnte sich sehen lassen. Allerdings fehlten fünf Hundertstel zur Zwischenlauf-Qualifikation.

Quelle: Neue Westfälische vom 27.07.13