Donnerstag, 20. Juni 2019

Weit, Kappeller und Gregor stoßen in neue Leistungsbereiche vor

Inna Weit - LC Paderborn

Inna Weit - LC Paderborn

Am Mittwoch, 16.05. absolvierten Inna Weit und Nils Kappeller vom LC Paderborn im belgischen Namur ihren ersten internationalen Wettkampf.

Bei windigem, aber passend zum Wettkampf sonnigem Wetter sprintete Inna Weit zum ersten Mal in dieser Saison die 200m-Distanz und erreichte bei leichtem Gegenwind in 24,02 sec. auf Anhieb eine neue Bestleistung und Platz zwei in der Gesamtwertung. Geschlagen geben musste sie sich dabei nur der französischen Sprinterin Muriel Hurtis, die schon Welt-und Europameisterin über diese Strecke war. Umso zufriedener waren Inna und ihr Trainer Thomas Prange über den gelungenen Einstieg in die Saison.

Ebenfalls in Namur am Start war Hochspringer Nils Kappeller, der nach leichten Anlaufschwierigkeiten mit hervorragenden 2,08 m auf den vierten Platz landete und dabei ebenfalls so hoch sprang wie noch nie. Auch die 2,11 m wären an diesem Tag durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, doch schließlich ließ sich Nils von der aufgelegten Höhe beeindrucken und scheiterte knapp.

Nils Kappeller - LC Paderborn

Nils Kappeller - LC Paderborn

Den zweiten Formtest in dieser Saison absolvierte Inna Weit am Samstag, 19.05. dann bei einem großen Jugendsportfest in Jena, zu dem der Sprint-Bundestrainer auch Männer und Frauen eingeladen hatte. Bei sommerlich warmen, aber teilweise sehr windigem Wetter hatten die Athleten in Jena auch die Möglichkeit, sich für die anstehende Leichtathletik-EM und die Olympischen Spiele zu qualifizieren und dementsprechend hochrangig war das Starterfeld. Doch Inna Weit ließ sich davon nicht beeindrucken und lief im 100m-Vorlauf mit leichtem Rückenwind auf Anhieb neue Bestzeit in 11,59 sec.. Sie ließ damit sogar die mehrmalige Deutsche Juniorinnenmeisterin Yasmin Kwadwo und die Deutsche Vizemeisterin über 200m Christina Haack hinter sich. Im Finale wurde sie in 11,49 sec. hinter Cathleen Tschirch ( 11,19 sec. ) und Anne Mölinger ( 11,28 sec. ) sensationell Dritte. Allerdings wird diese Zeit wegen zu starkem Rückenwind von +2,4 nicht offiziell für die Qualifikation gewertet; erlaubt ist ein Rückenwind von +2,0.

Ebenso stark ging Inna ihr 200m-Rennen an und verbesserte auch hier ihre Bestleistung von 24,02 auf 23,48 sec., womit sie nur ganz knapp die EM-Norm verpasste, die bei 23,30 sec. liegt. Allerdings war auch in diesem Rennen der Rückenwind so stark, dass die Zeiten nicht für eine Qualifikation anerkannt werden.

Auch Britta Tomkel nahm an diesem Wettkampf teil und steigerte ihre Bestleistung im 100 m-Vorlauf auf starke 12,01 sec. Im Finale steigerte sie sich sogar noch einmal und belegte in 11,96 sec. den hervorragenden siebten  Platz. Damit ist sie die zweite LC-Sprinterin neben Inna Weit, die die 100m unter 12 sec. läuft.

Den Weg nach Jena traten auch die LC-Youngster Maximilian Maciejewski und Christian Noll an. Im 100 m-Sprint der U18 verbesserte Maximilian seine bisherige Leistung von 11,23 sec. auf 11,11 sec. Doch auch hier war der Rückenwind zu stark, so dass die Zeit nicht gewertet wird. Aus diesem Grund verzichtete Maximilian auch auf eine Finalteilnahme und konzentrierte sich lieber auf den Weitsprung, was sich am Ende auszahlen sollte. Mit tollen 6,80 m reichte es nicht nur deutlich für die Goldmedaille, ( der Zweitplatzierte sprang 6,54 m ), sondern Maximilian löste damit auch das Ticket für die Deutschen Jugendmeisterschaften.

Bei der U20 erreichte Christian Noll nach einer schnellen Vorlaufzeit von 11,19 sec. das Finale im 100m-Sprint. Im abschließenden Lauf wurde er mit 11,22 sec Fünfter und erzielte an diesem Tag gleich zwei neue Bestleistungen.

Alle genannten LC-Sprinter werden am kommenden Wochenende auch in Weinheim starten, wo sich das Who-Is-Who der Deutschen Leichtathletik treffen wird. Auf Inna Weit wartet eine besondere Aufgabe: Nach ihren hervorragenden Abschneiden in Jena hat der Sprint-Bundestrainer sie eingeladen, in Weinheim auch in einer DLV-Staffel mitzulaufen. Allerdings müssen sich alle DLV-Sprinterinnen erst im 100m-Sprint miteinander messen. Die Tagesergebnisse werden darüber entscheiden, wer in welcher DLV-Staffel laufen wird. Geplant sind zwei oder sogar drei Staffeln.

Ebenfalls in neue Leistungsbereiche ist in der vergangenen Woche der Zehnkämpfer Marvin Gregor vorgedrungen: Im Rahmen der Kreismehrkampfmeisterschaften in Gütersloh durfte er am Mittwoch und Donnerstag bei der U20 außer Konkurrenz starten. Am Ende standen 6719 Punkte für ihn zu Buche. Damit verbesserte er sich um satte 403 Punkte gegenüber seiner Bestleistung aus dem vergangenen Jahr und erzielte neben der Einzelquali für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften auch noch so ganz nebenbei die Qualis für die Deutschen Jugendmeisterschaften über 110m Hürden in 15,30 sec. und im Stabhochsprung mit starken 4,60 m. Seine 100m-Zeit von 11,82 sec. war leicht vom Wind begünstigt (+2,1), sicher zeigte er sich jedoch mit 6,47 m im Weitsprung und 13,25 m im Kugelstoßen. Nicht ganz zufrieden war er im Hochsprung mit 1,84 m. Den 400 m-Lauf ist er erstmals in dieser Saison voll angegangen, musste aber nach 250m das Tempo herausnehmen und erreichte in 54,92 sec. das Ziel. Der Diskuswurf zählt zu Marvins‘ eher schwächeren Disziplinen, mit 35,29 m war er daher auch nicht ganz zufrieden. Besser funktionierte der Speerwurf mit 51,80 m und der abschließende 1500 m-Lauf, den Marvin sicher in 4:51,80 min. zurücklegte.